Aktenzeichen XY
14. Dezember 2006, 07:45 Uhr
Das durch die Decke einfallende Licht weckt mich auf. Das Licht, das durch die Decke des Raumes einfällt, fühlt sich warm und samtig an. Die Decke, aus einem milchigen, leicht transparenten Plastik verbirgt den direkten Blick auf eine enorme, sich dahinter befindende Lichtquelle. Ich könnte nicht sagen wie spät es ist, aber es ist als hätte ich endlos geschlafen, denn ich bin weder müde noch trüb wie sonst so oft.
Als ich mich aufrichte und merke, dass ich keine Idee habe, wo ich mich befinde, beginne ich, mich umzusehen. Doch das ist schnell geschehen. Der ganze Raum ist gänzlich nackt. Rechteckig und kahl. Umgeben von vier Wänden liege ich in der Mitte eines Raumes auf vier gleichförmigen, ledernen Sitzelementen, die zu einem Quadrat auf dem grauen Betonboden zusammengestellt sind. Die beiden Wände zu meinen Seiten bilden die längeren Seiten des Rechtecks. Sie sind mit einem weißen Samttuch überzogen, und die Wand zu meiner Stirn zeigt wie die Decke einen milchigen, plastischen Anschein. In keiner der Wände befindet sich eine Tür.
Das erinnert mich an den Grashüpfer, den ich als Junge in unserem Garten eingefangen und in einen Schuhkarton verfrachtet hatte, dessen Deckel ich wiederum mit einem Gummiband fixierte. In die Seite bohrte ich ein kleines Loch, durch welches ich ihn tagelang beobachtet habe. Bis er sich eines Tages nicht mehr rührte und ich ihn aus dem Karton in die Kloschlüssel entließ.
Raum ohne Türen besinne ich mich und beginne mich zu fragen, wie ich hier hinein gekommen bin. Das letzte, woran ich mich erinnere, ist das weiße Blatt Papier, eingespannt in meine Schreibmaschine, vor dem ich verharrte, angesichts des Drucks, binnen 24 Stunden dem Illustrator eine Geschichte vorzulegen, damit jener daraufhin diese in Bilder als Illustrationen für die Lesung in Köln am Samstag anfertigen konnte. Aber mir war nichts eingefallen. Ich saß bestimmt 2 Stunden über dem unbeschriebenen Blatt Papier, ehe mich die Verzweiflung an meinen literarischen Notfallkoffer denken ließ. Eine Flasche Absinth und eine Handvoll Sportzigaretten, die zur spontanen Verstärkung meiner Vorstellungskraft in der Schublade des Schreibtischs verstaut waren.
Auf einmal beginnen die Wände an meinen Flanken zu vibrieren. Der samtige Überzug, der wie eine lose Tapete die Wand einhüllt, beginnt zu erzittern und das Ertönen einer Melodie reißt mich aus meinen Gedanken. Der Samtbezug der Wand vibriert mit dem Bass der Melodie. Ich kenne sie, aber erkenne sie nicht. Als sich die Wand zu meiner Stirn schwarz färbt und darauf schleichend ein Logo erscheint, das Logo von „Aktenzeichen XY ungelöst“, merke ich, dass die ganze Wand ein riesiger LCD-Monitor ist und die Wände zu meinen Flanken die überdimensionierten Lautsprecher sind. Die enorme Lichtquelle hinter der Decke scheint zu erlöschen. Das Braun des Logos gibt dem Raum den Anstrich einer vergangenen Zeit.
Nun erscheint das Haupt von Eduard Zimmermann in Übergröße und er eröffnet die Sendung.
„Guten Abend, liebe Zuschauer, willkommen zu Aktenzeichen XY ungelöst. Zugeschaltet auch heute wieder die Kollegen aus der Schweiz und Österreich. Ich begrüße Konrad Tönz in Wien und Peter Nedetzky in Zürich“ tönt es aus den Wänden an meiner Seite.
„Liebe Zuschauer, auch heute versucht die Kripo wieder mit ihrer Hilfe ein schweres Verbrechen aufzuklären“ fährt Eduard Zimmermann fort.
In diesem Augenblick ergreift eine Ahnung meinen Körper und ich habe das Gefühl, als ob das Blut in meinen Adern seine Fahrt stetig verlangsamtund sich mein ganzes Sein in meinem Kopf zusammenzieht.
„Kommen wir nun zu unserem ersten Fall. Am 18.3.2004 kommt es in Hamburg am Ufer der Elbe zu einem grausamen Gewaltverbrechen“ wird der Beitrag anmoderiert.
Man sieht den Rücken eines jungen Mann vor einer Schreibmaschine sitzen, als die Stimme aus dem Off ertönt:
„Andreas Melchner“ – an dieser Stelle gefriert mein Blut in den Adern und mein Kopf trennt sich vom Körper – „lebt seit mittlerweile vier Jahren als Freier Autor in Hamburg. In einem seiner Projekte ist der Autor Bestandteil eines literarischen Quartetts namens „The Günther Grasses“, die Kurzgeschichten zu einem gemeinsamen Titel verfassen und diese auf Lesungen vortragen.“
Im Bild erhebt sich der junge Mann von der Schreibmaschine, dreht sich zur Kamera, und ich sehe mich. Keinen Schauspieler. Es ist auch meine Wohnung. Mein Teppich. Sogar die Absynth-Flasche ist auf dem riesigen LCD-Display zu erkennen.
„Am 20. März sollten „The Günther Grasses“ in Köln eine weitere Kurzgeschichte vorlesen“ fährt die Stimme fort. „Im Gegensatz zu den anderen drei Autoren hatte Andreas Melchner seine Kurzgeschichte noch nicht fertig, und machte sich deshalb am Abend des 19.März auf den Weg an die Elbe, um für die Kurzgeschichte zu recherchieren. Der Aussage seiner Mitbewohnerin zu Folge verließ er seine Wohnung in der Emmastrasse gegen 20:30 Uhr. Er fuhr dann vermutlich mit der S-Bahn zum Bahnhof Altona, um sich von dort zu Fuß Richtung Elbe zu bewegen. Das letzte Mal lebend gesehen, wurde Andreas Melchner vor dem Burger King gegenüber des Altonaer Bahnhofs, in welchem er sich einen Hamburger mitnahm. An dieser Stelle verlieren sich seine Spuren.
Andreas Melchner
Klappentext I
26. April 2006, 21:11 Uhr
Dieses Buch wird Unruhe tragen in viele Kreise, es stellt jeden einzelnen vor die Entscheidung seines Lebens. Denn gleich einer Fanfare dröhnt diese Botschaft mitten in die jetzige Zeit, rücksichtslos, hart und unerbittlich in der Logik der Gedankenentwicklung. Die ungelösten Fragen des menschlichen Seins werden darin mit aller Klarheit beantwortet. Die mit diesem Buch vermittelten Erkenntnisse sind so gewaltig, dass sie den unvoreingenommenen Leser zum Nachdenken, Prüfen und zum Vorwärtsschreiten zwingen.
Mancher mag erschrecken, der bisher vor sich hin lebte und den Dingen ihren Lauf ließ, vielleicht in der Meinung, nichts daran ändern zu können. Es könnte ihm das Grauen kommen vor dem, was er versäumt und was verloren scheint. Doch wer auch nur noch einen Funken guten Wollens in sich trägt, wird durch diese Botschaft bis zum freudigen Erkennen neuer, klarer Wege durch die ganze Schöpfung geführt. Staunend erfährt der Mensch, welche ungeheure Wichtigkeit sein Dasein in dieser Schöpfung hat, und welche Macht ihm zu Gebote steht, die er achtlos übersehen hat und deren vernichtende Wirkung sich gegen ihn selbst richtet, wenn er sie nicht zum Guten nutzt und lenkt.
Wer sich nicht davor fürchtet, den Schleier dort zu heben, wo für ihn heute noch die großen Rätsel des Lebens liegen, dem wird dieses Buch wie kein anderes reichen Nutzen in Überfülle bringen. Es wird ihm zu lebendiger Gralsbotschaft.
zu "Im Lichte der Wahrheit", Abd-Ru-Shin
Fremde Gedanken - Mütter
16. April 2006, 21:25 Uhr
"Mir fällt auf, dass die meisten meiner Schriftstellerkollegen ihre Mütter zu 'hassen' scheinen und um diese Tatsache große freudsche oder soziologische Philosophien herumspinnen, ja sie als direktes Thema benutzen oder dies zumindest behaupten - Ich frage mich oft, ob sie wohl jemals bis nachmittags um vier geschlafen haben und dann aufgewacht sind und ihre Mutter im kläglichen Fensterlicht beim Stopfen ihrer Strümpfe gesehen haben oder ob sie jemals vom revolutionären Schrecken eines Wochenendes heimgekehrt sind und sie dann beim Flicken der Risse in einem blutbefleckten Hemd gesehen haben, still, stetig den Kopf über der Nadel - Und auch nicht mit grollender Duldermiene, sondern richtig vertieft ins Reparieren, das Reparieren von Qualen und Torheiten und allem Verlorenen, ja die Tage deines Lebens reparierend, und mit fast heiter zielbewusstem Ernst - Und wenn es kalt ist, bindet sie sich den Schal um und flickt weiter, und auf dem Herd brodeln immer und ewig Kartoffeln - So dass es manch einen Neurotiker verrückt macht, soviel geistige Gesundheit auf einem Haufen zu sehen - So dass es auch mich manchmal verrückt macht, dass ich so töricht gewesen bin, Hemden zu zerreißen und Schuhe zu verlieren und Hoffnung zu verlieren und in Fetzen zu reißen in jenem dummen Etwas, das Wildheit heißt."
aus Engel, Kif und neue Länder, Jack Kerouac 1971
Hessens Vorschlag für einen Einbürgerungstest
16. März 2006, 21:35 Uhr
Der Fragenkatalog umfasst hundert Fragen zur deutschen Geographie, Geschichte und Verfassung. Zudem gibt es Fragen zur politischen, juristischen und sozialen Ordnung Deutschlands, zu Kultur, Wissenschaft sowie Sport in der Bundesrepublik. Nach dem Willen der Landesregierung soll der Prüfling unter anderem erklären, was es mit dem Begriff des Holocausts auf sich hat, in welchem Jahr die Wiedervereinigung stattfand und was man unter Gewaltenteilung versteht.
1. Wie viele Einwohner hat Deutschland?
2. Nennen Sie drei Flüsse, die durch Deutschland fließen!
3. Nennen Sie drei deutsche Mittelgebirge!
4. Wie heißt die Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland?
5. Wie viele Bundesländer hat die Bundesrepublik Deutschland? Nennen Sie sieben Bundesländer und ihre Hauptstädte!
6. Nennen Sie drei Staaten, die an die Bundesrepublik Deutschland grenzen!
7. Welche Voraussetzungen muss man erfüllen, um deutscher Staatsbürger zu werden?
8. Nennen Sie drei Gründe, warum Sie deutscher Staatsbürger werden wollen!
9. Was verstehen Sie unter dem Begriff "Reformation" und wer hat sie eingeleitet?
10. Welche Versammlung tagte im Jahr 1848 in der Frankfurter Paulskirche?
11. Die erste Republik mit demokratischer Verfassung in Deutschland wurde 1918 ausgerufen. Wie wird diese erste deutsche Republik genannt?
12. Wann ging diese erste deutsche Republik zu Ende?
13. In welchen Jahren der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war Deutschland eine Diktatur?
14. Wie hieß die damals herrschende Partei?
15. Erläutern Sie den Begriff "Holocaust"!
16. Wenn jemand den Holocaust als Mythos oder Märchen bezeichnet: Was sagen Sie dazu?
17. Erläutern Sie den Begriff "Existenzrecht" Israels!
18. Welches Ereignis fand am 20. Juli 1944 statt?
19. Was geschah am 8. Mai 1945?
20. Nach dem Zusammenbruch des "Dritten Reiches" war Deutschland in vier Besatzungszonen aufgeteilt. Wer waren die vier Besatzungsmächte?
21. In welchem Jahr wurde die Bundesrepublik Deutschland gegründet?
22. Wie hieß der erste Bundeskanzler?
23. Was bedeutet "DDR"?
24. Welches Ereignis fand am 17. Juni 1953 in der DDR statt?
25. Was verstehen Sie unter dem deutschen "Wirtschaftswunder"?
26. Erläutern Sie den Begriff "Mauerbau" (1961 in Berlin)!
27. Welcher deutsche Bundeskanzler bekam den Friedensnobelpreis?
28. In welchem Jahr kam es zur deutschen Wiedervereinigung?
29. Nennen Sie die Bundesländer, die heute auf dem Gebiet der ehemaligen DDR existieren!
30. Der 9. November hat in der deutschen Geschichte eine besondere Bedeutung. Welche Ereignisse fanden statt a.) am 9.11.1938 und b.) am 9.11.1989?
31. Wo sind die Grundrechte der deutschen Staatsbürger festgelegt?
32. Wie heißt die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland?
33. In welchem Jahr ist sie in Kraft getreten?
34. Von wem geht in der Bundesrepublik Deutschland alle Staatsgewalt aus? Welche Vorteile ergeben sich daraus für die Bürgerinnen und Bürger?
35. Welches Recht schützt Artikel 1 der bundesdeutschen Verfassung?
36. Wie heißt das höchste gesetzgebende Organ der Bundesrepublik Deutschland und wer bestimmt seine Mitglieder?
37. Unsere Verfassung garantiert Grundrechte. Nennen Sie vier!
38. In der Verfassung ist verankert, dass alle Menschen vor dem Gesetz gleich sind. Erläutern Sie diesen Grundsatz!
39. Einer Frau soll es nicht erlaubt sein, sich ohne Begleitung eines nahen männlichen Verwandten allein in der Öffentlichkeit aufzuhalten oder auf Reisen gehen zu dürfen: Wie ist Ihre Meinung dazu?
40. Wer kann in der Bundesrepublik Deutschland einen Antrag auf Ehescheidung stellen?
41. Beschreiben Sie den Grundgedanken der Gewaltenteilung!
42. Erläutern Sie den Begriff "Religionsfreiheit"!
43. In Filmen, Theaterstücken und Büchern werden manchmal die religiösen Gefühle von Menschen der unterschiedlichen Glaubensrichtungen verletzt. Welche Mittel darf der Einzelne Ihrer Meinung nach anwenden, um sich gegen so etwas zu wehren, und welche nicht?
44. In Deutschland gibt es eine gesetzliche Schulpflicht für alle Kinder und Jugendlichen. In welchem Alter beginnt die Schulpflicht, wann endet sie?
45. Was ist der Grund für die gesetzliche Schulpflicht?
46. Nicht immer sind Eltern mit dem Verhalten ihrer Kinder einverstanden. Welche Erziehungsmaßnahmen sind erlaubt, welche verboten?
47. Welche Möglichkeiten haben Eltern, die Partnerwahl ihres Sohnes oder ihrer Tochter zu beeinflussen? Welche Handlungen sind verboten?
48. Die Wahlen zu den deutschen Parlamenten müssen nach Artikel 38 der Verfassung - allgemein
- unmittelbar
- frei
- gleich und
- geheim
sein. Erklären Sie diese Wahlgrundsätze!
49. Erläutern Sie den Begriff "Mehrparteienprinzip"!
50. Begründen Sie, warum die Wahlen in der ehemaligen DDR nicht unseren demokratischen Wahlgrundsätzen entsprachen!
51. Welche Parteien sind derzeit im Deutschen Bundestag vertreten? Nennen Sie mindestens drei!
52. Unter welchen Umständen können in der Bundesrepublik Deutschland politische Parteien und Vereine verboten werden? Würden Sie trotz eines solchen Verbots die Partei oder den Verein doch unterstützen? Unter welchen Umständen?
53. Was sind Bürgerinitiativen?
54. Nennen Sie zwei Interessenverbände aus dem Wirtschafts- und Arbeitsleben!
55. Wo finden die Parlamentssitzungen des Deutschen Bundestages statt?
56. Wie oft findet die Wahl zum Deutschen Bundestag in der Regel statt?
57. Wie heißt die Vereinigung von Abgeordneten einer Partei im Parlament?
58. Für die Abgeordneten in den Parlamenten gilt der "Grundsatz des freien Mandats". Was heißt das?
59. Was bedeutet die "Fünf-Prozent-Klausel" bei der Wahl zum Deutschen Bundestag?
60. Alle Bürgerinnen und Bürger können sich mit Beschwerden und Vorschlägen auch an besondere Ausschüsse der Parlamente wenden. Wie heißen diese Ausschüsse der Volksvertretungen in Bund und Ländern?
61. Wie ist die Amtsbezeichnung des Staatsoberhauptes der Bundesrepublik Deutschland?
62. Was ist das Bundeskabinett?
63. Welche Amtsbezeichnung hat der deutsche Regierungschef?
64. Wie heißen die Streitkräfte der Bundesrepublik Deutschland?
65. Wann und zu welchem Zweck wurden sie gegründet?
66. Deutschland ist ein Bundesstaat. Was bedeutet das?
67. Wie heißt die Vertretung der deutschen Länder auf Bundesebene?
68. Die Bundesrepublik Deutschland hat einen dreistufigen Verwaltungsaufbau. Wie heißt das unterste politische Gemeinwesen?
69. Wie lautet die Amtsbezeichnung der Regierungschefs der meisten Bundesländer?
70. Die Bundesrepublik Deutschland ist ein Rechtsstaat. Was bedeutet Rechtsstaat?
71. Die Rechtsordnung verbietet, privat Vergeltung zu üben oder das Recht auf eigene Faust durchzusetzen. Das Opfer einer Straftat darf an dem Täter keine Rache nehmen. Wem steht alleine die Strafgewalt zu?
72. Wie heißt das höchste deutsche Gericht?
73. Was ist unter der Unabhängigkeit der Gerichte zu verstehen?
74. Die Bundesrepublik Deutschland ist ein Sozialstaat. Nennen Sie drei Elemente der sozialen Sicherung in der Bundesrepublik Deutschland!
75. Wie heißt die politische Vereinigung der europäischen Staaten? Nennen Sie mindestens fünf Mitgliedsstaaten!
76. In welcher Stadt hat das Europäische Parlament seinen Sitz?
77. Bei welchen Wahlen können in der Bundesrepublik Deutschland EU-Bürger / -Bürgerinnen mitwählen?
78. Wie heißt das Organ der EU, das die Gemeinschaftspolitik plant und die Entscheidungen ausführt?
79. Welchem internationalen Verteidigungsbündnis gehört die Bundesrepublik Deutschland an?
80. Nennen Sie drei deutsche Philosophen!
81. Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller gelten als Deutschlands berühmteste Dichter. Nennen Sie jeweils ein Werk der beiden Dichter!
82. Nennen Sie einen deutschen Literatur-Nobelpreisträger!
83. Welcher Deutsche komponierte in seiner 9. Sinfonie am Schluss die berühmte "Ode an die Freude"? Nennen Sie zwei weitere deutsche Musiker bzw. Komponisten!
84. Der deutsche Maler Caspar David Friedrich malte auf einem seiner bekanntesten Bilder eine Landschaft auf der Ostseeinsel Rügen. Welches Motiv zeigt dieses Bild?
85. In Kassel findet alle fünf Jahre eine der bedeutendsten Ausstellungen moderner und zeitgenössischer Kunst statt. Welchen Namen trägt diese Ausstellung?
86. Die Bundesrepublik Deutschland hat bedeutende Universitäten. Nennen Sie drei Universitätsorte!
87. Nennen Sie drei überregionale deutsche Tageszeitungen und zwei öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten!
88. Erläutern Sie den Begriff "Meinungs- und Pressefreiheit"!
89. Wenn jemand sagt: "Freie Medien sind ein unverzichtbarer Teil einer demokratischen Gesellschaft". Stimmen Sie dem zu oder nicht?
90. In den deutschen Kinos startete 2004 der Film "Das Wunder von Bern". Auf welches sportliche Ereignis nimmt der Film Bezug?
91. In welcher deutschen Stadt fanden letztmals die "Olympischen Sommerspiele" statt und von welchem Ereignis wurden sie überschattet?
92. Zum gesellschaftlich-kulturellen Bild der Bundesrepublik Deutschland gehören Sportarten und Sportler. Nennen Sie drei bekannte deutsche Sportler!
93. Was hat Johannes Gutenberg erfunden?
94. Welche Personen gelten in Deutschland als Pioniere des Automobilbaus? Nennen Sie zwei Namen!
95. Welcher deutsche Physiker hat mit seiner Entdeckung im Jahre 1895 die medizinische Diagnose bis zum heutigen Tag revolutioniert?
96. Was gelang dem deutschen Wissenschaftler Otto Hahn erstmals 1938?
97. Welcher deutsche Arzt entdeckte die Erreger von Cholera und Tuberkulose?
98. Welche Farben hat die deutsche Bundesflagge und wie sind sie angeordnet?
99. Wie heißt der Nationalfeiertag der Bundesrepublik Deutschland und wann wird er begangen?
100. Wie heißt die deutsche Nationalhymne und mit welchen Worten beginnt sie?
Alkoholtest
18. November 2005, 20:52 Uhr
Jedes Gedicht ein Getränk,
jedes Getränk ein Gedicht.
Zwei Gedichte im Rückstand,
verliere ich weiter an Fahrt.
Andreas Melchner
Fremde Gedanken - Mensch sein
11. Oktober 2005, 21:10 Uhr
Es lohnt sich vielleicht an dieser Stelle nochmal die Theorie zu wiederholen, die sich Ford Prefect nach seiner ersten Begegnung mit menschlichen Wesen zurechtlegte, um eine Erklärung für ihre sonderbare Angewohnheit zu finden, fortwährend das Alleroffenkundigste von der Welt zu konstatieren und nochmals zu konstatieren, zum Beispiel: "Schönes Wetter heute!" oder "Du bist aber groß!" oder "Also, das ist es, wir müssen sterben!"
Seine erste Theorie war: "Wenn die menschlichen Wesen ihre Lippen nicht andauernd bewegen, rosten wahrscheinlich ihre Münder ein." Nach ein paar Monaten intensiver Beobachtung gab er diese zu Gunsten einer zweiten auf, die lautete: "Wenn die menschlichen Wesen nicht andauernd ihre Lippen bewegen, fangen ihre Gehirne an zu arbeiten."
In Wirklichkeit trifft diese zweite Theorie weit eher auf das Volk der Belzerebonen auf Krakofoon zu. Die Belzerebonen riefen bei ihren Nachbarvölkern stets große Empörung und Unsicherheit hervor, weil sie eine der aufgeklärtesten, gebildetsten und vor allem schweigsamsten Kulturen der Galaxis waren.
Als Strafe für dieses Verhalten, das als geradezu beleidigend selbstgerecht und provozierend empfunden wurde, verhängte ein Galaktisches Tribunal die grausamste aller Volksseuchen über sie - die Telepathie. Um nun sich selbst daran zu hindern, den kleinsten Gedanken, der ihnen durch die Köpfe schwirrt, sofort allen Leuten in einem Umkreis von fünf Meilen zu übermitteln, müssen sie jetzt folglich andauernd sehr laut über das Wetter reden, über ihre kleinen Kümmerchen und Wehwehchen, das Fussballspiel am Nachmittag und darüber, wie grauenhaft laut es mit einemmal auf Krakofoon geworden ist.
aus "Das Restaurant am Ende des Universums" (Per Anhalter durch die Galaxis, Teil 2), Douglas Adams
Fremde Gedanken - Machtfrage
18. September 2005, 12:33 Uhr
Ich habe über die Frage »Darf eine Frau Kanzler werden?« nachgedacht und bin dabei zu einer wissenschaftlichen Erkenntnis gelangt.
An bestimmte Frauen, mit denen ich vor Jahren einmal Sex hatte, besitze ich nur noch schemenhafte Erinnerungen. Gut, das waren halt die wilden siebziger Jahre und das Dope. Über den Charakter dieser Personen sowie ihr Verhalten in Extremsituationen könnte ich heute nichts Verbindliches mehr mitteilen.
Dagegen bin ich in der Lage, über jeden einzelnen Chef beziehungsweise Chefin, die ich im Laufe meines Lebens hatte, eine ausführliche und, wie ich behaupte, relativ präzise Charakterstudie zu verfassen.
Hierarchien sind intimer als Sexualität! Und zwar von beiden Seiten aus. Wenn man selber Chef ist, kriegt man auch ganz schnell mit, wer eine Ratte ist. In Beziehungen braucht man oft Jahre dazu. Das meine ich jetzt bitte nicht rattenfeindlich, es ist nur so eine Redensart. Interessant ist auch die Tatsache, dass relativ häufig Wahnsinnige in Führungspositionen gelangen. Von etwa 50 Chefs, die ich bisher hatte, würde ich 20 Prozent als extrem gestört bezeichnen, noch höher ist die Quote der extrem Gestörten meines Erachtens nur bei den Busfahrern der Berliner Verkehrsbetriebe. Wer sagt: »In Deutschland gibt es zu wenige Führungspersönlichkeiten«, sollte sich mal unter den Berliner Busfahrern umschauen.
Zu den Widersprüchen der Chefexistenz gehört es, dass man immer denkt: Oben hat man mehr Freiheiten. Das Gegenteil ist der Fall. Jeder Chef hat immerzu einen Oberchef, sogar der Papst.
Zahlenmäßig aber ist das Verhältnis zwischen Oberchefs und Unterchefs immer ungünstiger als das Verhältnis zwischen Unterchefs und Fußvolk, das heißt, man steht viel stärker unter Beobachtung. Wer kreative Selbstverwirklichung sucht, muss sich in einer Hierarchie im unteren Mittelfeld aufhalten, ganz unten ist es dann wieder zu schattig.
Als ich mal Chef war, bat mich mein Oberchef zu sich ins Büro. Er sagte: »Ihre Abteilung ist vom Personal her nicht gut. Bestimmen Sie drei Leute, die wir feuern sollen. Wir stellen stattdessen drei Talentgranaten ein.«
Das hat mich in eine Mentalkrise gestürzt. Zuerst habe ich den Oberchef gehasst, das brutale Schwein. Dann dachte ich, na ja, die Leute sind zum Teil wirklich nicht gut, die Firma als Ganzes muss im Vordergrund stehen, if you can’t stand the heat und so weiter. In der Abteilung aber
war es so, dass die Leute, die mir sympathisch waren und keinen Ärger machten, von der Qualität her eher nicht so gut waren, während ausgerechnet die renitenten Quertreiber und notorischen Stinkstiefel verdammt noch mal die beste Arbeit ablieferten. Im Chefcasino klopften die anderen Chefs mir auf die Schulter und sagten: »Yeah, Buddy, so ist es meistens.« Ich dachte: Ich möchte geliebt werden, ein guter Mensch sein, ich will das nicht tun. Dann wurde
mir klar, dass der Oberchef ebenfalls geliebt werden wollte, deswegen sollte nämlich ich die Schweineentscheidung treffen, und er würde hinterher huldvoll die großzügige Abfindung überreichen und alles auf den sadistischen Unterchef schieben. Wissen Sie, wer am Ende gehen musste? Ich!
Meiner Ansicht nach darf Kanzler werden, wer will.
Harald Martenstein, Die Zeit
Fremde Gedanken - Leben III
18. August 2005, 17:45 Uhr
Sieben Kontinente Krieg
Ich frage mich
ob die Welt noch zu retten ist.
Ich denke, vielleicht sind die Affen
wieder mal an der Reihe,
und gehe rüber zum Affenkäfig.
Aber die Affen sind anderer Meinung,
lassen sich füttern, kratzen sich am Arsch
und hören Radio. Ich brauche ein Bier.
ich will eine Frau kennenlernen,
die es nicht gibt. Nach dem vierten Bier
bin ich wieder soweit, daß ich mich frage,
ob die Welt noch zu retten ist.
Ich weiß nicht,
ich weiß nicht und gehe
nachhause.
Kinder gehen sterben.
Männer suchen nach einer Mutter,
Frauen nach dem Vater. Wie soll das je
funktionieren?
Liebe, erste Sünde der Freiheit!
Sonne des Südens! Vielleicht komme ich
eines Tages noch dahinter.
Ich denke an sieben Kontinente Krieg,
an sieben Meere voll Gold,
putz mir irgendwann die Zähne
und esse anschließend den halben Eisschrank
leer, beim Ausziehn fällt mir wieder die Frau ein,
die es nicht gibt.
Wir sind alle eine große Familie.
Großvater kennt kein einziges Märchen mehr
und Großmutter sagt im Irrsinn goobye!
Ich weiß nicht,
wann es anfängt
und wann es aufhört
und was es ist.
Man sieht es manchmal im Kino,
hört es manchmal, wenn niemand spricht,
berührt es nachts die Erinnerung.
Jeder sucht nach etwas, das er nicht
finden will. Es soll ihn
töten.
Wolf Wondratschek, Männer und Frauen, Gedichte und Lieder III, 1978
Gute Nacht
25. Juni 2005, 14:28 Uhr
Heilend durchspülst du meine Venen,
du rauschst fliegend durch mich.
Ein Meer so bunt, umspült meine Sinne.
Wolken aus Blumen ziehen vorbei.
Ein Meer so warm, beseelt mich von innen.
Glück pur.
Küss’ mich „Gut’ Nacht“
Leg’ deine Hand über mein Haupt.
Als Decke nur deine Haut.
Andreas Melchner
Fremde Gedanken - Abschiedsgedicht
22. Mai 2005, 17:53 Uhr
Dies ist uns Blutverfluchten
das tröstende Gebet in der Verwesung Finsternis und Qual:
Wenn wir auch alle einsam und verhöhnet sterben,
so sind wir doch, o Gott, zu dir emporgewachsen!
Es kann nicht sein, daß ausgesäet wird, daß Erde blüht und fruchtet für das Nichts!
Die tiefen Dinge kreisen endlos um die Schmerzensachsen des Alls und raunen sich noch sterbend ihr Getanes in das Ohr ...
Und einmal wird ein Tag sein, den wir ewig suchten - wie Pyramide strahlend aus entnütztem Schwall - der Gnade trägt in alle gierverruchten Wahnjahre unserer Erdenpein.
Oskar Maria Graf, in "Wir sind Gefangene"
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